Energiemarkt-Bericht

KW 28/2026

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Sommerpreise sind keine Strategie

Vielleicht denken Sie als regelmäßiger Leser unseres Energiemarktberichts inzwischen: Jetzt kommt er schon wieder mit Erdgas und den Risiken für den kommenden Winter. Und ehrlich gesagt – Sie haben recht. Ich wiederhole mich seit einigen Wochen bewusst. Nicht, weil es an neuen Themen fehlt, sondern weil sich an den entscheidenden Einflussfaktoren bislang kaum etwas geändert hat.

Warum ich trotzdem immer wieder den Finger hebe, zeigt derzeit ausgerechnet der Strommarkt.

Immer wieder höre ich den Satz: „Warum jetzt langfristig eindecken? Im Sommer ist Strom doch günstig.“ Und ja, das stimmt – zumindest stundenweise. Bereits am 1. Mai fielen die Börsenpreise zeitweise auf rund -499,- €/MWh. Wer nur auf diese Stunden blickt, könnte tatsächlich glauben, das Risiko sei verschwunden.

Doch genau das ist der Trugschluss.

Nur wenige Wochen später reichte eine Hitzewelle über Mitteleuropa aus, um das Bild komplett zu verändern. Während die Photovoltaik den Markt mittags weiterhin mit günstigem Strom versorgte, explodierten die Preise am Abend. Am 24. Juni kostete die teuerste Stunde des Tages 665,82 €/MWh. Das zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich ein vermeintlich entspannter Markt drehen kann.

Der Terminmarkt zieht daraus längst seine eigenen Schlüsse. Das Frontjahr Strom hat sich seit Mitte Juni oberhalb von 90,- €/MWh stabilisiert. Aus heutiger Sicht erscheint der Weg zurück in Richtung 100,- €/MWh wahrscheinlicher als eine nachhaltige Rückkehr unter die Marke von 90,- €/MWh.

Und genau deshalb spreche ich immer wieder über Erdgas.

Denn dort diskutieren wir im Moment über dieselben Mechanismen – nur zeitlich versetzt. Wenn Europa ausreichend LNG erhält, wenn es keinen ausgeprägten El-Niño-Effekt gibt und wenn Asien – allen voran China – nicht deutlich mehr LNG nachfragt als erwartet, dürfte die Versorgung auch im Winter gesichert sein. Die Börse handelt jedoch keine Wunschszenarien. Sie bewertet die Wahrscheinlichkeit, dass einer dieser Faktoren eben nicht eintritt.

Deshalb bleibe ich bei meiner Einschätzung: Die Namen der Preistreiber ändern sich. Vor wenigen Wochen war es die Geopolitik, heute sind es Wetterrisiken und LNG-Ströme. Das eigentliche Risiko ist jedoch geblieben. Wer den Markt verstehen will, sollte deshalb nicht auf einzelne Schlagzeilen schauen, sondern auf das Zusammenspiel der Einflussfaktoren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine sonnige Woche – und wie immer den richtigen Blick auf das große Ganze.

Beste Grüße
Patrick Bessero

Unterschrift Patrick Bessero

Strom – Neue Preisbasis bestätigt

Nach der Korrektur Mitte Juni hat der Stromterminmarkt ein neues Gleichgewicht gefunden. Seit rund drei Wochen bewegt sich das Frontjahr in einer vergleichsweise engen Handelsspanne zwischen 92 und 94 €/MWh und bestätigt damit ein Preisniveau oberhalb der Marke von 90 €/MWh. Die kurzfristigen Impulse kommen derzeit vor allem vom Wetter: Während Wind- und Solarstrom in Deutschland den Spotmarkt zeitweise entlasten, bleibt Frankreich mit einer erneuten Hitzewelle ein Risikofaktor für den europäischen Strommarkt.

Terminmarkt – Strom

Der Stromterminmarkt hat nach der Korrektur Mitte Juni ein neues Gleichgewicht gefunden. Seit rund drei Wochen bewegt sich das Frontjahr in einer vergleichsweise engen Handelsspanne zwischen 92 und 94 €/MWh und bestätigt damit ein Preisniveau oberhalb der Marke von 90 €/MWh. Die kurzfristigen Impulse kommen derzeit vor allem vom Wetter: Während Wind- und Solarstrom in Deutschland den Spotmarkt zeitweise entlasten, bleibt Frankreich mit einer erneuten Hitzewelle ein Risikofaktor für den europäischen Strommarkt.

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Spotmarkt – Strom

Die Wetterprognosen sprechen zunächst für eine ruhige Entwicklung am Spotmarkt. Höhere Windstrommengen zu Wochenbeginn und eine stabile Solarstromerzeugung begrenzen den kurzfristigen Preisdruck. Gegen Ende der Woche dürfte die Windstromproduktion zwar wieder nachlassen, insgesamt sind jedoch deutlich geringere Preisausschläge zu erwarten als noch vor wenigen Wochen.

Unsere Einschätzung

Die Entwicklung der vergangenen Wochen werten wir als Konsolidierung auf hohem Niveau und nicht als Trendwechsel. Solange sich die fundamentalen Rahmenbedingungen am Gasmarkt nicht nachhaltig entspannen und wetterbedingte Risiken bestehen bleiben, sehen wir für den Terminmarkt weiterhin nur begrenztes Potenzial für deutlich niedrigere Preise.

Gas – Der Spielraum wird kleiner

Der Gasmarkt schaut inzwischen weniger auf die Tagespolitik als auf seine eigenen Fundamentaldaten. Diese senden derzeit keine Entwarnung: Die europäischen Speicher füllen sich langsamer als üblich, gleichzeitig gehen die LNG-Importe nach Europa seit Monaten zurück. Damit schrumpft der Handlungsspielraum, unerwartete Belastungen ohne spürbare Preisreaktionen aufzufangen.

Terminmarkt – Gas

Der Gasterminmarkt bewegt sich weiterhin auf einem erhöhten Preisniveau. Eine nachhaltige Entspannung ist aus fundamentaler Sicht derzeit nicht erkennbar: Unterdurchschnittliche Speicherstände, rückläufige LNG-Importe und die zunehmende Wetterabhängigkeit des globalen LNG-Marktes stützen die Notierungen. Temperaturprognosen dürften damit künftig einen noch stärkeren Einfluss auf die Preisentwicklung haben.

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Spotmarkt – Gas

Der Spotmarkt bleibt vor allem vom Wettbewerb um verfügbare LNG-Mengen geprägt. Während Europa seine Speicher weiter befüllen muss, steigt mit jeder Hitzewelle die Wahrscheinlichkeit, dass Asien zusätzliche LNG-Ladungen nachfragt. Vor diesem Hintergrund dürfte der Spotmarkt auch in den kommenden Wochen empfindlich auf Wetterprognosen und Veränderungen der globalen LNG-Ströme reagieren.

Unsere Einschätzung

An unserer grundsätzlichen Einschätzung halten wir fest. Die strukturellen Rahmenbedingungen sprechen weiterhin für ein erhöhtes Preisniveau. Solange sich die Speicherlage und die LNG-Versorgung nicht spürbar verbessern, überwiegen aus unserer Sicht die Aufwärtsrisiken für das Frontjahr.

Entwicklung Energiemärkte im Überblick

Gas

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Strom

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Gasspeicherstand

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Öl

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Kohle

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CO2-Preis

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Hinweis: Der Energiemarktbericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Beratung noch ein Angebot zum Kauf von Energie dar. Wir empfehlen eine individuelle, auf Ihr Verbrauchsverhalten bezogene Beratung durch Ihren Ansprechpartner. Datenstand: 07.07.26

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