Energiemarkt-Bericht

KW 40/2026

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Speicher werden Chefsache

Es gehört zu den Konstanten der Politik, dass manche Gewissheiten erstaunlich schnell an Gültigkeit verlieren. Eine davon lautete bislang: Die Speicherbefüllung ist Sache des Marktes. Noch Anfang September sah das Bundeswirtschaftsministerium trotz historisch niedriger Füllstände keinen Anlass für einen staatlichen Eingriff. Speicher, Pipelineimporte, LNG und Nachfrage müssten gemeinsam betrachtet werden; eine physische Gasmangellage sei nicht zu erwarten. Das war sachlich durchaus nachvollziehbar. Deutschland verfügt heute über andere Importmöglichkeiten als 2022 und niemand muss jeden Prozentpunkt Speicherstand mit Versorgungssicherheit gleichsetzen.

Nur: Der Winter hält sich selten an politische Grundsatzentscheidungen.

Wie das Handelsblatt heute berichtet, weist Wirtschaftsministerin Katherina Reiche das staatliche Energieunternehmen Sefe nun an, zusätzliche Gasmengen zu beschaffen und einzuspeichern. Vor zwei Wochen klang das noch deutlich anders: Damals betonte das Staatsunternehmen ausdrücklich, die Entscheidung zur Speicherbefüllung sei rein kommerziell erfolgt – ohne Weisung aus Berlin.

Man kann das Kehrtwende nennen. Man kann es aber auch schlicht Pragmatismus nennen. Denn Deutschlands Speicher sind mit rund 58 Prozent für diese Jahreszeit weiterhin außergewöhnlich schwach gefüllt. Gleichzeitig bleibt der internationale Gasmarkt alles andere als komfortabel. Die LNG-Ströme aus dem Persischen Golf sind eingeschränkt, die geopolitische Lage bleibt fragil – und der Winter hat bekanntlich die unangenehme Eigenschaft, sich erst im Nachhinein als mild oder kalt herauszustellen. Genau diese Kombination macht einen niedrigen Speicherstand unangenehm: Nicht weil morgen das Gas ausgeht, sondern weil jeder zusätzliche Störfaktor plötzlich mehr Gewicht bekommt. Interessant ist deshalb weniger dass der Staat eingreift, sondern wie.

2022 kaufte der Trading Hub Europe im staatlichen Auftrag große Mengen am europäischen Markt ein. Der Vorwurf damals: Wer öffentlich ankündigt, seine Speicher praktisch unabhängig vom Preis füllen zu müssen, braucht sich über steigende Preise nicht zu wundern. Diesmal soll Sefe selbst entscheiden, wann und wo gekauft wird. Als international tätiger Gasimporteur verfügt das Unternehmen zudem über deutlich mehr Beschaffungsmöglichkeiten als THE. Das ist ein wichtiger Unterschied. Oder etwas salopper formuliert: Berlin möchte Gas kaufen, ohne dem Markt vorher zuzurufen, dass Berlin Gas kaufen muss. Das dürfte vernünftig sein.

Bemerkenswert bleibt der Kurswechsel. Noch am 16. September erklärte das Wirtschaftsministerium, eine Anordnung an Sefe könne es wegen der operativen Eigenständigkeit des Unternehmens nicht geben; die Wintervorsorge bleibe Aufgabe des Marktes. Wenige Tage später ist genau dieser Punkt offenbar erreicht. Für den Gasmarkt ist das weniger wegen der zusätzlichen Mengen interessant als wegen der Signalwirkung: Berlin hält einen Speicherstand von rund 58 Prozent inzwischen offenbar für zu niedrig, um ihn allein dem Markt zu überlassen. Eine physische Mangellage ist damit zwar nicht in Sicht. Für Unternehmen ist dennoch relevant, dass in einem ohnehin sensiblen Markt nun ein zusätzlicher Käufer auftritt – und zwar nicht irgendeiner, sondern einer mit politischem Auftrag.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine angenehme Restwoche mit möglichst wenig Überraschungen – und Berlin bei der Speicherbefüllung ein glücklicheres Händchen als bei mancher Prognose der vergangenen Monate.

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Beste Grüße
Patrick Bessero

Strom –  Korrektur ohne Entwarnung

Der Strommarkt bleibt auf hohem Niveau, trotz zuletzt etwas schwächerer Gas- und CO₂-Notierungen. Geopolitische Risiken, niedrige Speicherstände und die angespannte Brennstoffseite verhindern bislang eine nachhaltige Entspannung.

Terminmarkt – Strom

Der Spotmarkt zeigte sich zuletzt erneut ausgesprochen volatil: In der vergangenen Woche bewegten sich die Tagesdurchschnittspreise von 96,60 EUR/MWh am Montag bis auf 226,18 EUR/MWh am Dienstag. Im Wochenmittel wurden 154,19 EUR/MWh erreicht, nach 135,26 EUR/MWh in der Vorwoche; auch der September liegt mit durchschnittlich 144,82 EUR/MWh deutlich über dem August.

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Spotmarkt – Strom

Der Spotmarkt zeigte sich zuletzt erneut ausgesprochen volatil: In der vergangenen Woche bewegten sich die Tagesdurchschnittspreise von 96,60 EUR/MWh am Montag bis auf 226,18 EUR/MWh am Dienstag. Im Wochenmittel wurden 154,19 EUR/MWh erreicht, nach 135,26 EUR/MWh in der Vorwoche; auch der September liegt mit durchschnittlich 144,82 EUR/MWh deutlich über dem August.

Unsere Einschätzung

Der Spotmarkt zeigte sich zuletzt erneut ausgesprochen volatil: In der vergangenen Woche bewegten sich die Tagesdurchschnittspreise von 96,60 EUR/MWh am Montag bis auf 226,18 EUR/MWh am Dienstag. Im Wochenmittel wurden 154,19 EUR/MWh erreicht, nach 135,26 EUR/MWh in der Vorwoche; auch der September liegt mit durchschnittlich 144,82 EUR/MWh deutlich über dem August.

Gas – Berlin mischt mit

Der Gasmarkt bleibt trotz der jüngsten Korrektur angespannt. Mit der Entscheidung, Sefe nun gezielt zur zusätzlichen Einspeicherung anzuweisen, setzt Berlin selbst ein Signal dafür, dass die niedrigen Speicherstände nicht mehr nur beobachtet werden. Geopolitische Risiken und eingeschränkte LNG-Ströme halten das Risikopolster entsprechend hoch.

Terminmarkt – Gas

Auch das Frontjahr gab zum Monatsende nach: Von 58,34 EUR/MWh am 21. September fiel der Kurs bis zum 29. September auf 56,66 EUR/MWh. Das zwischenzeitliche Hoch von 59,86 EUR/MWh am 24. September zeigt allerdings, wie nervös der Markt weiterhin auf neue Impulse reagiert.

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Spotmarkt – Gas

Am Spotmarkt setzte sich die Entspannung zuletzt fort: Der Wochenmittelwert sank in KW 39 auf 74,12 EUR/MWh nach 80,28 EUR/MWh in der Vorwoche. Der September bleibt mit durchschnittlich 76,21 EUR/MWh dennoch der bislang teuerste Monat des Jahres.

Unsere Einschätzung

Die Korrektur schafft etwas Luft, ändert aber wenig am grundsätzlich angespannten Marktbild. Speicherstände, Witterung und die Entwicklung im Nahen Osten bleiben die entscheidenden Faktoren – entsprechend hoch bleibt das Risiko kurzfristiger Gegenbewegungen. Für die kommenden Tage erwarten wir daher weiterhin hohe Volatilität bei eher begrenztem Abwärtspotenzial.

Entwicklung Energiemärkte im Überblick

Gas

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Strom

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Gasspeicherstand

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Öl

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Kohle

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CO2-Preis

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Hinweis: Der Energiemarktbericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Beratung noch ein Angebot zum Kauf von Energie dar. Wir empfehlen eine individuelle, auf Ihr Verbrauchsverhalten bezogene Beratung durch Ihren Ansprechpartner. Datenstand: 30.09.26

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