Energiemarkt-Bericht

KW 31/2026

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Ein Markt ohne Puffer

Montag war einer dieser Handelstage, an denen man die eigene Einschätzung noch einmal kritisch an den Kursen messen muss. Das Strom-Frontjahr fiel von 118,27 auf 113,00 €/MWh, das THE-Frontjahr von 47,35 auf 44,36 €/MWh. Auch der Ölpreis korrigierte nach dem vorherigen Anstieg auf mehr als 100 US-Dollar je Barrel kräftig.

Das ist mehr als eine gewöhnliche Tagesbewegung. Innerhalb weniger Stunden wurde ein erheblicher Teil der zuvor aufgebauten geopolitischen Risikoprämie wieder ausgepreist. Nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Wochen ist eine solche Gegenbewegung allerdings nicht außergewöhnlich – und sie ändert zunächst wenig an der fundamentalen Ausgangslage.

Die anstehende Hitze verschärft die Lage. Frankreich muss Teile seiner Kernkraftkapazitäten wegen hoher Flusstemperaturen einschränken und stärker auf Gaskraftwerke zurückgreifen. Gleichzeitig belasten niedrige Wasserstände die Wasserkraft und den Kohletransport. Am Rhein können Schiffe teilweise nur noch rund ein Viertel ihrer üblichen Ladung aufnehmen.

Hinzu kommt Katar. QatarEnergy dürfte seine Force-Majeure-Erklärung für LNG-Lieferungen bis Mitte Oktober verlängern. Damit fehlt dem globalen Markt ausgerechnet während der europäischen Speicherbefüllung ein wesentlicher Teil des Angebots. Gleichzeitig steigt in Asien aufgrund hoher Temperaturen die LNG-Nachfrage.

Auch das „Tor der Tränen“ bleibt ein Risikofaktor. Mit den Angriffen auf Tanker an der Meerenge Bab al-Mandab steht neben der Straße von Hormus eine zweite wichtige Energieroute unter Druck. Umwege verlängern Transportzeiten und verteuern Fracht und Versicherung – zunächst beim Öl, mittelbar aber auch bei Gas, Kohle und Strom.

Trotz des Rückgangs am Montag notiert das THE-Frontjahr weiterhin deutlich oberhalb der Niveaus vom Frühsommer. Der Kursrückgang auf 44,36 €/MWh relativiert den vorherigen Anstieg, widerlegt aber nicht unsere seit Mitte März vertretene Einschätzung. Niedrige Speicherstände, die wachsende Abhängigkeit vom globalen LNG-Markt und geopolitische Risiken wirken weiterhin gleichzeitig.

Für die kommenden Wochen rechnen wir deshalb mit hoher Volatilität. Weitere Rücksetzer sind möglich, das fundamentale Aufwärtspotenzial bleibt jedoch bestehen. Dem deutschen Gasmarkt fehlt derzeit vor allem eines: ein ausreichender Puffer.

Der Energiemarktbericht gönnt sich in den kommenden Wochen eine kleine Sommerpause. Für Sie bleiben wir selbstverständlich wie gewohnt erreichbar – lediglich unsere kleine Marktlektüre darf kurz die Füße hochlegen. Sollte sich die Marktlage grundlegend verändern, melden wir uns natürlich auch außerplanmäßig.

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gute Sommerzeit – und dem Energiemarkt ausnahmsweise ein paar ruhige Wochen.

Beste Grüße
Patrick Bessero

Strom – KI treibt den Stromhunger – der Markt zieht mit

Der weltweite KI-Boom erhöht den Bedarf an verlässlichem Strom – und könnte damit zugleich Investitionen in Batteriespeicher, Langzeitspeicher und flexible Erzeugung beschleunigen. Entscheidend ist, Rechenzentren nicht nur als zusätzliche Last, sondern als steuerbare Ressource zu behandeln. Dazu gehören der Verbrauch, die Speicherkapazitäten und die entsprechenden Netzdienstleistungen. Mit passenden regulatorischen Anreizen könnte die steigende Stromnachfrage dadurch einen messbaren Nutzen für das gesamte Energiesystem schaffen.

Terminmarkt – Strom

Das Strom-Frontjahr stieg in der vergangenen Woche von 112,20 €/MWh auf 118,27 €/MWh und verteuerte sich damit um rund 5,4 Prozent. Zu Beginn der neuen Handelswoche folgte jedoch eine deutliche Korrektur auf 113,00 €/MWh, wodurch ein Großteil der zuvor aufgebauten Gewinne wieder abgegeben wurde. Trotz des Rücksetzers notiert der Kontrakt weiterhin leicht über dem Niveau der Vorwoche und damit auf vergleichsweise hohem Niveau.

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Spotmarkt – Strom

Der Strom-Spotmarkt gab in der vergangenen Woche nach: Der Durchschnittspreis sank auf 106,57 €/MWh und lag damit 12,49 €/MWh unter dem Niveau der Vorwoche. Am Freitag erreichten die Tagespreise noch 130,53 €/MWh, bevor sie am Wochenende auf rund 90 €/MWh zurückfielen. Der Juli bleibt mit bislang 102,57 €/MWh dennoch oberhalb des bisherigen Jahresmittels von 99,59 €/MWh.

Unsere Einschätzung

Unsere Einschätzung bleibt aufwärtsgerichtet. Kurzfristige Rücksetzer sind nach der dynamischen Bewegung jederzeit möglich, ändern aber nichts am übergeordneten Bild. Solange der Nahe Osten als Risikofaktor bestehen bleibt, Gas auf erhöhtem Niveau notiert und die französische Kraftwerksverfügbarkeit wetterabhängig bleibt, sehen wir für das Frontjahr weiterhin eher Potenzial oberhalb des aktuellen Niveaus als eine nachhaltige Rückkehr unter 100 €/MWh.

Gas – mit kräftigem Rücksetzer

Am Gasmarkt wächst nicht nur die physische Knappheit, sondern auch die finanzielle Wette auf weiter steigende Preise: Investmentfonds erhöhten ihre Netto-Long-Position am TTF zuletzt um rund 36 Prozent auf 247,1 TWh. Das unterstreicht die bullishe Grundhaltung, macht den Markt nach dem starken Anstieg zugleich aber anfälliger für scharfe Gegenbewegungen. Fundamentale Unterstützung bleibt durch den zusätzlichen Gasbedarf im Stromsektor und die stärkere LNG-Nachfrage aus Asien bestehen.

Terminmarkt – Gas

Das THE-Frontjahr stieg in der vergangenen Woche von 43,98 €/MWh auf 47,35 €/MWh und verteuerte sich damit um 3,37 €/MWh. Zum Wochenauftakt folgte eine deutliche Korrektur auf 44,36 €/MWh, wodurch ein Großteil der vorherigen Gewinne wieder abgegeben wurde. Trotz des Rücksetzers notiert der Kontrakt weiterhin leicht über dem Niveau vom Beginn der Vorwoche und bestätigt die derzeit hohe Volatilität.

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Spotmarkt – Gas

Der Gas-Spotmarkt setzte seinen Anstieg in der vergangenen Woche fort: Der Durchschnittspreis kletterte auf 54,47 €/MWh und lag damit 6,61 €/MWh über dem Niveau der Vorwoche. Im Wochenverlauf verteuerten sich die Tagespreise nahezu kontinuierlich von 51,45 €/MWh am Montag auf 57,83 €/MWh am Freitag. Der Juli liegt mit bislang 49,59 €/MWh damit deutlich über dem bisherigen Jahresmittel von 44,34 €/MWh.

Unsere Einschätzung

Nach dem kräftigen Anstieg sind zunächst weitere Rücksetzer und eine volatile Konsolidierung wahrscheinlich. Mit Blick auf den Herbst bleibt die Lage jedoch angespannt, da niedrige Speicherstände, begrenzte LNG-Verfügbarkeit und geopolitische Risiken den Markt weiterhin stützen.

Entwicklung Energiemärkte im Überblick

Gas

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Strom

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Gasspeicherstand

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Öl

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Kohle

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CO2-Preis

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Hinweis: Der Energiemarktbericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Beratung noch ein Angebot zum Kauf von Energie dar. Wir empfehlen eine individuelle, auf Ihr Verbrauchsverhalten bezogene Beratung durch Ihren Ansprechpartner. Datenstand: 27.07.26

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